3.4. Angaben zum Bestand
Stadträumliche Lage
Das Plangebiet befindet sich am nordöstlichen Stadtgebietsrand der Freien und Hansestadt Hamburg. Es umfasst eine Fläche von rund 78,46 ha und ist im Stadtteil Farmsen-Berne im Bezirk Wandsbek zu einem Großteil auf dem Gelände des (ehemaligen) Berufsförderungswerkes gelegen. Es umfasst die Flurstücke 116 (teilweise), 2704, 3788 (teilweise), 4337, 4371, 5329, 5374, 5375, 5379, 5381, 5508, 5536, 5537, 5542, 5556, 5557, 5558, 5584, 5585, 5586, 5587, 5680, 5681, 5682, 5683, 5684, 5685, 5711, 5712, 5713, 5714, 5715, 5716, 5719, 5720, 5721, 5722, 5723, 5724, 5725, 5726, 5727, 5728, 5729, 5730, 5731, 5732, 5733, 5734, 5735, 5736, 5737, 5738, 5739, 5740, 5741, 5742 und 5743 der Gemarkung Farmsen des Bezirks Wandsbek.
Gebäudebestand und Nutzungen
Das Plangebiet war über einen langen Zeitraum von der Belegung der Flächen zum Betrieb des Berufsförderungswerkes geprägt. In den vergangenen Jahren wurden Teile des Plangebietes bereits einer neuen Nutzung zugeführt, sodass das Gelände eine heterogene Struktur hinsichtlich der Gestaltung der Bebauung, ihrer Gebäudehöhen sowie des Baualters aufweist.
Das Gebäude der Kindertagesstätte am Swebengrund ist ein- bis zweigeschossig und besteht aus mehreren, miteinander verbundenen Gebäudeabschnitten. In nordöstlicher Richtung der Kindertagessstätte Swebengrund befindet sich auf dem Gelände des Berufsförderungswerkes ein neungeschossiges Wohnhochhaus, welches sich durch seine Gebäudehöhe klar von der restlichen Bebauung im Plangebiet abhebt. Es diente ehemals der Unterbringung von Internatsbesuchern und wird jetzt zur öffentlich-rechtlichen Unterbringung genutzt.
Unmittelbar nördlich anschließend befindet sich „Haus E“ des Berufsförderungswerkes mit sieben Geschossen, welches gegenwärtig weiterhin zu Bildungszwecken genutzt wird. Das Gebäude wurde im Jahr 2023 in Richtung Osten um einen Anbau erweitert. Im nordöstlichen Bereich des Plangebietes befindet sich der Gebäudekomplex des ehemaligen Berufsförderungswerkes mit 2 bis 14 Geschossen, welches im Zuge der Realisierung des Bebauungsplanes vollständig zurückgebaut werden soll. Neben Bildungsräumlichkeiten sind hier ein Schwimmbad sowie eine gemeinnützige Einrichtung beherbergt.
In dem Gebäude Marie-Bautz-Weg 11 befinden sich derzeit die Arbeiterwohlfahrt (AWO) und Vereine wie die Interkulturelle Bildung Hamburg e.V. sowie das Landesjugendwerk der AWO Hamburg e.V. Die Kindertagesstätte „Mouse House“ befindet sich derzeit im Gebäude Marie-Bautz-Weg 13. Beide Gebäude sollen im Zuge des Vorhabens abgerissen und durch Wohnbebauung ersetzt werden. Für ein Großteil der vorhandenen sozialen Nutzungen sollen in den Erdgeschossen im zentralen Bereich des Wohngebietes Flächen vorgehalten werden.
Der westliche Teil des Plangebietes um den Anneliese-Tuchel-Weg wurde bereits durch Neubauwohnungen in einer fünfgeschossigen Zeilenbebauung überplant, die sich in die Umgebung westlich des Plangebietes städtebaulich einfügt. Nördlich des Marie-Bautz-Weges liegt mit dem Landesjugendwerk eine weitere öffentliche Einrichtung.
Räumliches Umfeld
Die westliche sowie südliche Umgebung des Plangebietes ist ausschließlich durch Wohnbebauung geprägt. Hierbei handelt es sich um zweigeschossige Zeilenbauten der denkmalgeschützten Siedlung „Gartenstadt Farmsen“ mit privaten Gartenflächen. In einem der Gebäude am Swebengrund befindet sich ein Sanitätshaus.
Östlich des Plangebietes verläuft eine U-Bahn-Trasse mit mehreren Abstellgleisen und einer Werkstatt für die Züge. Westlich des Bahndamms verläuft eine öffentliche Grünwegeverbindung, die unter anderem an den U-Bahnhof Farmsen und das Einkaufszentrum „EKT Farmsen“ anbindet. Am nordöstlichen Rand schließt das Gelände der Erich Kästner Schule sowie der Beruflichen Schule Farmsen an. Nahe der Hochbahn befinden sich darüber hinaus einzelne Wohnhäuser mit acht Geschossen. Weitere Wohnbebauung sowie das Internat des Berufsförderungswerkes befinden sich nordwestlich des Plangebietes. Bei der Anlage des ehemaligen Pflegeheims Farmsen (historische Gebäude und Freiflächen) nördlich des Plangebiets handelt es sich gemäß § 4 DSchG um ein geschütztes Denkmalensemble. In den Jahren 1903 und 1904 entstanden dort die ersten Gebäude der Zweigstelle des Barmbeker „Werk- und Armenhauses“ in der Oberaltenallee. Das Ensemble umfasst in zeittypischer Formsprache errichtete Unterbringungs-, Versorgungs- und Verwaltungsbauten sowie dazugehörige Grünflächen und eine von Norden nach Süden verlaufende Allee.
Im weiteren Nahbereich des Plangebietes befinden sich Bildungs- und Sozialeinrichtungen wie Schulen, Kindertagesstätten, Altersheime, Seniorentreffs und Kirchen. Nordwestlich sind in fußläufiger Erreichbarkeit Sportplätze gelegen. Gegenüber der U-Bahn-Station Farmsen befindet sich ein Lebensmittelmarkt (Vollsortimenter).
Freiraumstrukturen und Topographie
Das Plangebiet weist aufgrund der Vornutzung im Rahmen des Betriebs des Berufsförderungswerkes einen hohen Versiegelungsgrad auf. Zusammenhängende, größere Freiräume sind mit Ausnahme der östlich gelegenen öffentlichen Grünfläche im Bestand nicht vorhanden. Die Vegetation ist auf der öffentlichen Grünfläche am östlichen Gebietsrand am dichtesten ausgeprägt, sodass eine abschirmende Funktion gegenüber der Bahntrasse entsteht. Auch im südlichen Bereich im Umfeld der Kindertagesstätte ist der Grünanteil flächig vorhanden, sodass die Gebietsarten räumlich voneinander getrennt werden.
Das Höhenniveau des Geländes liegt bei etwa 21,7 m über NHN im Osten und steigt in Richtung Westen auf bis zu 26,3 m über NHN an. Entlang des Bahndammes verläuft eine steile Böschung in Richtung der Bahnschienen.
Erschließung
Über die August-Krogmann-Straße und den daran anschließenden und zu verlängernden Marie-Bautz-Weg sowie Anneliese-Tuchel-Weg wird die Wohnbebauung für den Kfz-Verkehr erschlossen. Beide Straßen münden jeweils in eine Wendeanlage. Über den Marie-Bautz-Weg gelangt man ebenso zu den weiterhin genutzten Flächen des Berufsförderungswerkes. Die Kindertagesstätte ist von Süden aus über die Straße Swebengrund zugänglich.
Auf der August-Krogmann-Straße beläuft sich die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 50 km/h, während auf dem Marie-Bautz-Weg, dem Anneliese-Tuchel-Weg und dem Swebengrund ein Tempolimit von 30 km/h gilt. Öffentliche Besucherparkstände befinden sich westseitig der August-Krogmann-Straße, beidseitig am Marie-Bautz-Weg und am Anneliese-Tuchel-Weg. Darüber hinaus prägen im Bestand umläufig des Hauptkomplexes des ehemaligen Berufsförderungswerks offene Stellplatzanlagen das Erscheinungsbild.
In einer fußläufigen Erreichbarkeit von rund zehn Minuten befindet sich südlich die U-Bahn-Station Farmsen. Über die U-Bahn-Linie U1 besteht eine Verbindung nach Wandsbek und die Innenstadt. Zum Hamburger Hauptbahnhof gelangt man über diese Linie in 20 Minuten.
Durch mehrere Linien frequentierte Bushaltestellen sind nahe der Station sowie nördlich der Kreuzung zwischen August-Krogmann-Straße und Marie-Bautz-Weg gelegen. Bei letzterer bemisst sich die fußläufige Erreichbarkeit auf vier Minuten.
Über den Hermelinweg kann die nördlich des Plangebietes und entlang der Straße Neusurenland verlaufende städtische Veloroute 14 erreicht werden. Beidseitig des Berner Heerwegs, östlich des Bahndamms verlaufend befinden sich die Radrouten 6 und 14. Entlang des Bahndamms verläuft die Freizeitroute 2, sodass das Plangebiet an das bestehende Radtourennetz angebunden ist.