Planunterlagen: "Neues Wohnen am Steendiekkanal"

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Inhaltsverzeichnis

Begründung

3.4. Angaben zum Bestand

3.4.1. Plangebiet

Das Plangebiet liegt auf der Steendiekhalbinsel in prominenter Wasserlage, unweit des Finkenwerder Ortskerns. Es wird im Westen durch den Steendiekkanal und im Norden durch den Gorch-Fock-Park mit der hier verlaufenden Hochwasserschutzanlage Finkenwerder Hauptdeich begrenzt. Im Osten bilden der Finksweg und die östlichen Grundstücksgrenzen der südöstlich des Cilli-Cohrs-Wegs an den Finksweg angrenzenden Grundstücke die Abgrenzung. Im Süden wird das Plangebiet durch den Hein-Saß-Weg und den Külpersweg begrenzt.

Das Plangebiet hat eine Größe von ca. 4,85 ha und umfasst westlich des Doggerbankwegs u.a. das Areal des ehemaligen Betriebshofes des Bezirksamtes Hamburg-Mitte am Doggerbankweg sowie nördlich daran angrenzend ursprünglich gewerblich genutzte Flächen.

Die Entwicklung am Ostufer des Steendiekkanals erfolgte ab den 1950er Jahren mit der Erschließung der Flächen für den Betriebshof des Bezirksamtes Hamburg-Mitte am Doggerbankweg und angrenzender Gewerbeflächen sowie dem Bau der Seemannschule im Norden des Plangebiets am Finksweg zwischen Mitte der 1950er Jahre bis in die 1970er Jahre.

Nach Schließung der Seemannschule Mitte der 1980er Jahre wurden auf dem Grundstück Ende der 1990er Jahre vier 3- bis 5-geschossige Mehrfamilienhäuser mir einer dazwischen befindlichen Parkpalette bebaut.

Die Gewerbehallen am Finksweg wurden längere Zeit nicht mehr für gewerbliche Zwecke genutzt oder dienten teilweise als Lagerhallen. Die noch vorhandenen Handwerksbetriebe haben ihre Arbeit an diesem Standort aufgegeben und ihre Betriebe verlagert. Heute werden die Hallen am Finksweg als privater Betriebshof einer Immobilien- und Grundstücksverwaltung genutzt. Die Gewerbegebäude am Doggerbankweg stehen überwiegend leer oder wurden zwischenzeitlich bereits abgebrochen. Eine gewerbliche Nutzung findet nicht mehr statt. Im westlichen Bereich der Flurstücke 2229, 2308, 2227 befindet sich ein als privater Betriebshof einer Grundstücks- und Immobilienverwaltung genutzter Gewerbebetrieb (vgl. Kapitel 5.1.5 „Gewerbegebiet“). Das Areal des bezirklichen Betriebshofs Finkenwerder am Doggerbankweg liegt brach. Er wurde im Jahr 2017 nach Wilhelmsburg verlagert und mit dem dortigen Betriebshof zusammengelegt.

Die Grundstücke im nördlichen Abschnitt des Finkswegs sind mit zweigeschossigen Einfamilienhäusern aus den 1960er Jahren bebaut. Die besagten Grundstücke befinden sich in Privateigentum. Die in zweigeschossiger Zeilenbauweise errichteten Wohngebäude zwischen Doggerbankweg und Finksweg sowie östlich des Finkswegs und am Kap-Horn-Weg zählen zum Wohnungsbestand einer ortsansässigen Wohnungsbaugenossenschaft. Sie wurden in den 1930er bis 1950er Jahren errichtet und gehören zum Milieugebiet „Finkenwerder Kapitäns-Siedlung“. Den südlichen Abschluss des Plangebietes bildet das Grundstück der freiwilligen Feuerwehr Finkenwerder.

Die Grundstücke mit einer gewerblichen Vornutzung weisen einen hohen Versiegelungsgrad mit nur geringen Grünanteilen auf. Die Freiflächen der Wohnungsbaugrundstücke sind gärtnerisch angelegt.

Die am Steendiekkanal verlaufende Hochwasserschutzanlage umfasst die Hochwasserschutzmauer mit der als Promenade nutzbaren Deichverteidigungsstraße sowie den tiefer liegenden Binnendeichweg.

Die im Plangebiet befindlichen Grundstücke werden durch die Straßen Finksweg, Doggerbankweg und Külpersweg erschlossen, die im Zweirichtungsverkehr befahrbar sind. Zum Parken wird der öffentliche Straßenraum sowohl durch die Bewohnerinnen und Bewohner als auch tagsüber durch Berufspendlerinnen und -pendler genutzt. Im Doggerbankweg stehen für die Bewohnerinnen und Bewohner der Baugenossenschaft private Garagen zur Verfügung. Die im Norden des Plangebietes errichteten Mehrfamilienhäuser verfügen über eine Parkpalette.

Das Plangebiet ist gut an den ÖPNV angeschlossen. Die Bushaltestelle Finkenwerder (Fähre) ist in ca. 5 Minuten fußläufig zu erreichen. Von hier aus verkehren, neben den Fährlinien Nummer 62 Richtung Landungsbrücken und Nummer 64 nach Teufelsbrück, weitere Stadtbuslinien (150, 251, 350 und 450). Darüber hinaus befinden sich die Bushaltestellen „Norderschulenweg“ und „Hein-Saß-Stieg“ (Linien 146, 150, 251, 350, 450, X40) in fußläufiger Entfernung zum Plangebiet. Die Linien 550 und 2040 nach Finkenwerder wurden verlängert. Ebenso wurde die Expressbuslinie X46 neu eingerichtet, um eine Verbindung von Harburg nach Finkenwerder/Airbus zu ermöglichen.

Am Rande des geplanten Gebiets werden derzeit Untersuchungen durchgeführt mit dem Ziel, im Interesse einer Optimierung der ÖPNV-Erschließung im Hein-Saß-Weg (Höhe Kap-Horn-Weg bzw. Doggerbankweg) neue Bushaltestellen einzurichten.

Zusammenfassend bestehen zahlreiche Busverbindungen zu den Landungsbrücken, den Bahnhöfen Altona und Harburg sowie den S-Bahn-Haltepunkten S Neuwiedenthal/S Neugraben.

Der Freiraum im Plangebiet wird bestimmt durch den durchgrünten und baumbestandenen Straßenraum des Finksweg und die das Ortsbild prägenden vitalen Pappeln im Doggerbankweg mit markanten Stammumfängen von bis zu 400 cm und Wuchshöhen von bis zu 35 m.

Im Bereich der öffentlichen Straßenverkehrsflächen befinden sich diverse Ver- und Entsorgungsanlagen (Strom, Telekommunikation, Schmutz- und Regenwassersiele sowie Trinkwasserversorgung) der Netzbetreiber zur örtlichen Versorgung.

3.4.2. Umfeld

Das direkte Umfeld des Plangebiets ist vornehmlich durch Wohnnutzung geprägt. Die angrenzende größtenteils in den 1920er und -30er Jahren entstandene EFH-Bebauung ist Teil des Milieugebietes Finkenwerder Kapitäns-Siedlung. Ebenfalls zum Milieugebiet Kapitäns-Siedlung zählen die in zweigeschossiger Zeilenbauweise errichteten Wohngebäude einer Wohnungsbaugenossenschaft, überwiegend aus den 1930er – 50er Jahren. Vereinzelt wurde der Gebäudebestand zwischenzeitlich ergänzt oder ersetzt. Auf einer ehemaligen Sportplatzfläche nördlich Cilli-Cohrs-Weg zwischen Finks- und Focksweg ist Ende der 1990er Jahre verdichteter Einfamilienhausbau und genossenschaftlicher Geschosswohnungsbau entstanden.

Nördlich an das Plangebiet angrenzend, liegt in der Spitze der Steendiekhalbinsel der Gorch-Fock-Park mit dem Hallen- und Freibad Finkenwerder sowie einer Sportplatzfläche (Sportanlage Finksweg).

Westlich des Steendiekkanals befinden sich gegenüber zum Plangebiet auf der Rüschhalbinsel Gewerbegebiete, in denen primär Unternehmen der Luftfahrtindustrie angesiedelt sind. Am Ostufer des Steendiekkanals befinden sich nordwestlich des Plangebiets Liegeplätze für Binnenschiff. Im Süden des Steendiekkanals liegt mittig eine Pontonanlage für Sportboote. Auf der Westseite des Steendiekkanals befinden sich im Süden Liegeplätze für Hafenschuten und Baggerschiffe.

Jenseits des östlich an das Plangebiet angrenzenden Wohnquartiers ist das zum Köhlfleet orientierte Ostufer der Steendiekhalbinsel teilweise gewerblich geprägt. Zu nennen ist hier allem voran die Stackmeisterei nördlich des Fähranlegers. Daneben gibt es diverse weitere gewerbliche Nutzungen (metallverarbeitender Betrieb, Gastronomie, Hotel).

Die Fläche der Stackmeisterei und weitere Flächen nördlich des Nahversorgungszentrums am Finkenwerder – Kutterhafen mit hafenbezogenen Nutzungen liegen im Hafengebiet nach Hafenentwicklungsgesetz (HafenEG). Ebenfalls zum Hafengebiet zählen die erwähnte Hochwasserschutzanlage des Finkenwerder Hauptdeichs sowie der Steendiekkanal mit den genannten Binnenschiff-Liegeplätzen.

Das Plangebiet liegt somit, wie generell weite Teile Finkenwerders, im Einflussbereich der östlich des Köhlfleets liegenden und geplanten Hafenanlagen.

Weiterhin liegt das Plangebiet unweit des alten Finkenwerder Ortskerns mit den dort bestehenden Nahversorgungsmöglichkeiten, die vor einigen Jahren um einen Lebensmitteldiscounter und einen Vollsortimenter mit Standort am ehemaligen Finkenwerder Kutterhafen ergänzt wurden. Am Finksweg (nordwestlich des Einmündungsbereichs Finkenwerder Norderdeich, Steendiek) findet zudem zweimal wöchentlich ein Markt statt.

Die schulische Versorgung wird durch die Aueschule Finkenwerder (Ganztagsgrundschule) an der Ostfrieslandstraße sowie die Stadtteilschule und das Gymnasium Finkenwerder am Norderkirchenweg sichergestellt.

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