Die Empfehlungen des 2017 von den bezirkspolitischen Gremien beschlossenen und zuletzt im Februar 2019 fortgeschriebenen Nahversorgungskonzeptes für den Bezirk Hamburg-Mitte leiten sich unmittelbar aus Anforderungen der Hamburger Leitlinien für den Einzelhandel sowie den zentralen Ergebnissen einer Nahversorgungsanalyse ab, wonach v. a.
- die Nahversorgung vorzugsweise in den Zentren erfolgen soll, unter der Voraussetzung, dass im Ansiedlungs- und Ergänzungsbedarf andere Zentren und die „flächendeckende, wohnortnahe Nahversorgung“ nicht wesentlich beeinträchtigt wird,
- das Ziel einer Betriebstypenmischung besteht (= ausgewogenes Angebot),
- ausnahmsweise eine Entwicklung auch außerhalb von Zentren stattfinden und verwirklicht werden soll, wenn diese in allererster Linie der Deckung der wohnortnahen Grundversorgung dient. Auch hierbei gilt, dass andere Zentren und die wohnortnahe Nahversorgung in der Fläche nicht wesentlich beeinträchtigt werden.
In Finkenwerder konzentrierte sich die Nahversorgungsfunktion bisher auf den Bereich Steendiek (Finkenwerder Norddeich/ Ostfrieslandstraße) und den historischen Ortskern (Steendiek/Müggenburg). Mit der Verlagerung eines Marktes vom Standort Alte Aue und der Verlagerung von zwei weiteren Märkten vom Köhlfleet Hauptdeich und der Rudolf-Kienau-Allee auf die Außendeichsfläche am Finkenwerder Kutterhafen wurde das zentrale Nahversorgungszentrum gestärkt.
Bisher wurde insgesamt ein unterdurchschnittlicher Wert der Versorgung erreicht. Die Wohngebiete im Westen des Stadtteils verfügten im Wesentlichen über keine fußläufig erreichbare Nahversogung.
In unmittebarer Nähe des Airbus-Werkes hat die Firma Airbus ein Dienstleistungszentrum umgesetzt (Bebauungsplan Finkenwerder 44), in dem u.a. auch großflächiger Einzelhandel (Lebensmittelmarkt) umgesetzt wurde. Dadurch wird das Nahversorgungsangebot für Werkangehörige sowie Anwohnerinnen und Anwohner erweitert. Im Rahmen einer vorgenommenen gutachterlichen Auswirkungsanalyse wurde festgestellt, dass das vorhandene Nahversorgungszentrum Kutterhafen durch die Ansiedlung eines Lebensmitteleinzelhändlers mit einer Verkaufsfläche von max. 1.400 m2 im Plangebiet nicht gefährdet wird. Vielmehr verbessert sich die Nahversorgung im Westen von Finkenwerder sowie im Hinblick auf die perspektivische Einwohner‐ und Beschäftigtenentwicklung. Diese Stärkung der Nahversorgungsfunktion ist laut Gutachten vor dem Hintergrund des bestehenden Versorgungsdefizits im Westen Finkenwerders zu begrüßen.
Für das Plangebiet gibt es keine erforderlichen Regelungsbedarfe bzgl. der Sicherstellung der Nahversorgung.