Plan­unterlagen: Bergedorf 116 (Luisen-Gymnasium)

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Inhaltsverzeichnis

Begründung

1. Anlass der Planung

Der Bebauungsplan Bergedorf 116 soll die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine bauliche Erweiterung des Luisen-Gymnasiums schaffen. Ursprünglich wurde die Schule, deren Hauptgebäude unter Denkmalschutz steht, für ca. 400 Schüler errichtet. Heute wird sie als 4- bis 5-zügiges Gymnasium geführt und von ca. 990 Jungen und Mädchen besucht. Insbesondere der allgemeine schulische Bedarf und die ansprechende Lage sorgen für anhaltend hohe Schülerzahlen.

Bereits in den 1990er Jahren wurde rückwärtig ein zusätzliches Klassengebäude errichtet. Das Schulgrundstück Pfingstberg 76 bietet keine Möglichkeit, einen weiteren Neubau unterzubringen. Um das Flächendefizit zumindest teilweise zu beheben, wurden nördlich des Hauptgebäudes auf einer Straßenverkehrsfläche zweigeschossige Klassen-Container aufgestellt, die jedoch nur ein Provisorium für den Unterricht bieten und städtebaulich und architektonisch problematisch sind.

Neben weiteren Unterrichtsräumen fehlen an der Schule die für den Ganztagesbetrieb erforderlichen Gemeinschaftsflächen. Im Zuge der Baumaßnahme sollen alle Musik- und Instrumentenräume im Neubau zusammengefasst werden, sodass im Altbau weitere Klassenräume frei werden. Der Neubau soll bei einer Bruttogrundfläche (BGF) von ca. 2.150 m² insgesamt acht Klassenzimmer, drei Musikräume nebst Instrumentenraum, ca. 100 m² Differenzierungsflächen sowie im Erdgeschoss einen ca. 390 m² großen Mensa- und Aufenthaltsbereich zuzüglich der erforderlichen Wirtschaftsräume erhalten.

Für den erforderlichen Erweiterungsbau wurden im Vorwege verschiedene Standorte und Alternativen geprüft. Aufgrund des Umgebungsschutzes der vorhandenen Baudenkmäler (Luisen-Gymnasium, Wasserturm, Billtal-Stadion) sowie der Wegeführungen in den Wald und zu den rückwärtigen Grundstücken kam nur ein eng begrenztes Baufenster in Frage, welches etwa zur Hälfte im Waldrand des Bergedorfer Gehölzes liegt.

Da das Schulgelände außerdem ein Defizit an Freiflächen aufweist, soll ein größerer öffentlicher Platz dem Neubau vorgelagert werden. Der Platz soll verschiedene Funktionen bündeln, nicht nur der Schule, sondern auch der Allgemeinheit als Aufenthaltsfläche zur Verfügung stehen und Wegebeziehungen insbesondere in den Wald und ins Billtal-Stadion ermöglichen.

2. Grundlage und Verfahrensablauf

Grundlage des Bebauungsplans ist das Baugesetzbuch (BauGB) in der Fassung vom 23. September 2004 (BGBl. I S. 2415), zuletzt geändert am 20. Oktober 2015 (BGBl. I S. 1722, 1731).

In Erweiterung der städtebaulichen Festsetzungen enthält der Bebauungsplan naturschutz-rechtliche Festsetzungen auf Grundlage von § 4 Absatz 3 Satz 1 des Hamburgischen Gesetzes zur Ausführung des Bundesnaturschutzgesetzes (HmbBNatSchAG) vom 11. Mai 2010 (HmbGVBl. S. 350, 402), zuletzt geändert am 13. Mai 2014 (HmbGVBl. S. 167), in Verbindung mit § 9 Absatz 3 Satz 1 Nummer 4 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) vom 29. Juli 2009 (BGBl. I S. 2542), zuletzt geändert am 13. Oktober 2016 (BGBl. I S. 2258, 2348).

Das Planverfahren wurde durch den Aufstellungsbeschluss B 03/16 vom 10. November 2016 (Amtl. Anz. S. 1965 vom 15. November 2016) eingeleitet.

Die Öffentlichkeitsbeteiligung mit öffentlicher Unterrichtung und Erörterung sowie die öffentliche Auslegung haben nach den Bekanntmachungen vom 6. November 2015 und 15. November 2016 (Amtl. Anz. S. 1877 und 1965) stattgefunden.

Nach der öffentlichen Auslegung wurde der Bebauungsplanentwurf in Einzelheiten geändert, die die Grundzüge der Planung nicht berühren. Die Änderung konnte daher ohne erneute öffentliche Auslegung vorgenommen werden; § 4a Absatz 3 Satz 4 BauGB wurde beachtet.

3. Planerische Rahmenbedingungen